Gerechtigkeit fängt beim Frühstück an!

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Liebe geht durch den Magen – Gerechtigkeit auch

Essen ist eine soziale Frage! Dabei geht es nicht um die Auswahl von Feinkost oder den nächsten Besuch im Restaurant. Nein, es geht um leere Kinderbäuche und Zugang zu gesundem Essen. Was die Landesregierung NRW plant, und warum ich das als echt „hartes Brot“ empfinde, lesen Sie hier.

Jede 2. Mahlzeit außer Haus

Es wird immer weniger zu Hause gekocht und gegessen. Aktuellen Zahlen zufolge verpflegen sich die Menschen in NRW zu ca. 50% außer Haus, Tendenz steigend. Damit sind sowohl Restaurants, Imbissbuden, Kantinen als auch Mahlzeiten in der Mensa und von Caterern gemeint. In manchen Schulen und KiTas wird gekocht, in vielen werden Lieferungen aufgewärmt und in anderen gibt es belegte Brötchen und Kioskartikel oder Kinder bringen ihre Butterbrotdosen mit. Aber wie gesund ist das alles?

Gesundes Essen ist abhängig vom Geldbeutel

Ich persönlich koche gern und gehe dafür auch frisch einkaufen. Deshalb kenne ich die Preise für Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch und Grundnahrungsmittel. Die Preissprünge der letzten Monate waren immens! Das heißt, dass viele am gesunden Essen sparen und immer öfter Kinder mit leerem Magen in die KiTa oder die Schulen gehen. Auch die Bildungsträger mussten ihre Ernährungspläne oftmals anpassen. Das ohnehin knappe Budget lässt nun kaum noch größere Sprünge zu. Ist das Geld knapp, gibt es Zuhause häufig Nudeln mit Soße oder günstige Fertiggerichte. Zur eingeschränkten Auswahl an Zutaten kommt jetzt auch noch häufig fettreiche Fehlernährung.

Geht aber der Bezug zur Zubereitung des Essens verloren, steigt die Wahrscheinlichkeit, sich ungesund zu ernähren. Hier könnten Lehrküchen sowie Ernährungslotsen in den Schulen einen wichtigen Beitrag leisten.

Kinder: Leerer Magen – leerer Kopf

Für Kinder ist die Ernährung noch viel wichtiger als für Erwachsene. Kinder im Wachstum brauchen für die körperliche Entwicklung viel Kalzium und Eiweiß, Vitamine und Mineralien. Ohne gesundes Frühstück leiden  Konzentration und Aufnahmefähigkeit. Die Leistungsfähigkeit in Schule und Ausbildung sinkt, im schlimmsten Fall entstehen Mangelernährungen mit Langzeitfolgen.
Wir sehen immer häufiger, dass Eltern nicht mehr in der Lage sind, ihre Kinder angemessen zu versorgen. Wenn wir uns aber nicht um eine gesunde Ernährung aller Kinder kümmern, hängen wir große Teile der zukünftigen Leistungsträger ab. Diese Kinder müssen wir dringend über das Bildungssystem unterstützen. Das geht am besten mit einer kostenfreien gesunden Mahlzeit in Schule und KiTa. Deshalb heißt es für uns:

Bildungsgerechtigkeit beginnt schon beim Frühstück!

Die Strategie der Landesregierung will gesundes, regionales und ökologisches Essen an den öffentlichen Verpflegungseinrichtungen verpflichtend anbieten lassen. Soweit in Ordnung, denn es hilft der Landwirtschaft, gute Lebensmittel zu produzieren. Auf dem Papier hilft das auch den Kindern-  aber es muss auch bezahlt werden. Und hier kümmert sich die Landesregierung nicht! 

Viele Eltern, die sich an der Ladentheke kein gesundes Essen leisten können, können das auch nicht, wenn die Schulen und KiTas das Geld einziehen. Anstatt diese Familien allein zu lassen, sollte die Verpflegung in Kitas und Schulen kostenlos sein! Die Realität sieht anders aus: In vielen Kitas kommt zum Regelbeitrag noch Essensgeld oben drauf – denn die schwarzgrüne Landesregierung stiehlt sich bei der Finanzierung aus der Küche! Aber für mich und für uns Sozialdemokraten fängt Bildungsgerechtigkeit beim Essen an! Deshalb muss es heißen: Keine Kompromisse bei der Ernährung in Schule und Kita! Das kommt nicht nur den Kindern, sondern langfristig uns allen zugute!

Essen ist eine soziale Frage

Die Qualität einer Gesellschaft lässt sich an ihrem Umgang mit Kindern ablesen. Und ich werde dafür einstehen, dass kein Kind mehr mit leerem Bauch in den Schulen sitzt!

Als SPD-Fraktion sind wir schon jahrelang dabei, für Verbesserungen  zu streiten und werden das auch weiter tun. Eine gute Ernährung für unsere Kleinsten können und sollten wir uns leisten. Es wird uns allen nützen! 

PS: Eine gute Ernährung sicher zu stellen ist aus meiner Sicht auch dringlicher und wichtiger, als über ein Werbeverbot für Süßigkeiten nachzudenken – aber zu diesem Thema später mehr. 😉