Wer in der Großstadt lebt, merkt es fast jede Woche: Der Einkauf wird teurer. Obst, Gemüse, Brot, Milch, Fleisch – vieles kostet mehr als noch vor einigen Jahren. Für viele Menschen ist das längst kein Randthema mehr, sondern eine echte Belastung im Alltag.
Gerade in einer Stadt wie Essen spüren das viele besonders deutlich. Hier leben Familien, Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner, Auszubildende und Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen. Sie alle müssen mit ihrem Geld auskommen. Und sie alle stehen im Supermarkt vor derselben Frage: Was kann ich mir noch leisten?
Viele wissen aber gar nicht genau, woher ihre Lebensmittel kommen, wie sie produziert werden und wer an ihnen eigentlich verdient. Das ist nicht verwunderlich. In der Großstadt ist der Abstand zur Landwirtschaft oft groß. Man sieht den Supermarkt, aber nicht den Hof. Man sieht den Preis am Regal, aber nicht den Aufwand, der in der Erzeugung steckt.
Genau deshalb ist dieses Thema politisch so wichtig. Denn wenn Verbraucherinnen und Verbraucher immer mehr bezahlen, landwirtschaftliche Betriebe aber trotzdem unter Druck stehen, dann stimmt etwas im System nicht. Dann muss man sich anschauen, was zwischen Acker und Supermarkt passiert.
Ein Teil des Problems ist die große Macht weniger Handelskonzerne. Aldi, Edeka, Rewe und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland bestimmen große Teile des Lebensmittelmarktes. Dort wird mitentschieden, wie Preise zustande kommen und wie groß der Druck auf Erzeuger ist. Das hat Folgen für die Landwirtschaft – und am Ende auch für die Menschen in der Stadt, die an der Kasse immer mehr zahlen.
Meine Aufgabe in der Politik ist deshalb auch, diese Verbindung sichtbar zu machen. Ernährung ist nicht nur ein Thema für den ländlichen Raum. Ernährung ist ein Großstadtthema. Denn die Menschen in den Städten bezahlen die Preise, sie sind auf gute und bezahlbare Lebensmittel angewiesen, und sie haben ein Recht darauf zu wissen, warum Essen teurer wird, ohne dass automatisch mehr bei den landwirtschaftlichen Betrieben ankommt.
Für mich ist klar: Gute Ernährung darf kein Luxus sein. Gerade Kinder brauchen frische und gesunde Lebensmittel. Familien müssen sich gutes Essen leisten können. Gleichzeitig müssen die Menschen, die unsere Lebensmittel erzeugen, von ihrer Arbeit leben können. Beides gehört zusammen.
Darum setze ich mich dafür ein, den Verbraucherschutz zu stärken und die Macht großer Handelskonzerne kritisch in den Blick zu nehmen. Wir müssen transparenter machen, wie Preise entstehen. Und wir müssen politisch dort eingreifen, wo Marktmacht dazu führt, dass am Ende weder die Erzeuger noch die Verbraucher fair behandelt werden.
Wer Lebensgrundlagen sichern will, muss deshalb auch über Ernährung sprechen. Nicht abstrakt, sondern ganz konkret: über Preise, über Gerechtigkeit, über Gesundheit und über die Frage, wie wir Stadt und Landwirtschaft wieder stärker zusammendenken.
Denn gutes Essen beginnt nicht erst im Supermarkt. Aber dort spüren die Menschen in der Großstadt jeden Tag, ob Politik ihre Aufgabe ernst nimmt.

